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Für heute reicht`s - Amok in Erfurt (Rowohlt Berlin Verlag)

Ines Geipel, Rowohlt Berlin Verlag

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FOCUS:
Verlag kündigt Korrekturen in Buch zu Erfurter Amoklauf an

München/Erfurt (ddp). Die Autorin Ines Geipel räumt nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins FOCUS "sachliche Fehler" in ihrem Buch zum Amoklauf am Erfurter Gutenberg-Gymnasium ein. Der Rowohlt Berlin Verlag habe angekündigt, die Fehler in dem Buch "Für heute reicht`s - Amok in Erfurt" zu korrigieren, schreibt «Focus». Auch die Passage mit dem angeblichen Warnanruf werde "noch einmal überprüft - und gegebenenfalls geändert", sagte Verlagsleiterin Siv Bublitz. Bei dem Amoklauf hatte der ehemalige Schüler Robert Steinhäuser am 26. April 2002 an der Schule 16 Menschen und sich selbst erschossen.

Der Hausmeister des Gymnasiums habe erklärt, dass wenige Tage vor dem Amoklauf an der Schule ein Warnanruf eingegangen sei. Dies habe er bei einer Zeugenvernehmung wenige Stunden nach der Tat der Polizei gemeldet, sagte er FOCUS. Damit widersprach er jedoch der Darstellung Geipels, wonach der Anruf von einem Mitglied der Familie Steinhäuser gekommen sein soll.

"Ich stand neben der Sekretärin. Sie telefonierte", sagte der Lehrer dem Magazin. Anschließend habe sie ihm von einer "Mutti oder Oma" berichtete, die "etwas Schlimmes" angekündigt habe. Der Name Steinhäuser sei jedoch "nie gefallen". Er wisse auch nicht, ob die Anruferin vor der Amoktat warnte - oder etwas ganz anderes meinte.


Die Mutter des Attentäters, Christel Steinhäuser, verwahrte sich dagegen, dass die Familie der Mitwisserschaft verdächtigt wird: "Das ist komplett gelogen. Wir waren alle ahnungslos", sagte sie FOCUS.

 

Kritik an Buch über den Amoklauf von Erfurt

München (ddp, 25.01.04). Thüringens Ex-Ministerpräsident Bernhard Vogel (CDU) hat scharfe Kritik an dem Buch "Für heute reicht's" von Ines Geipel über den Amoklauf von Erfurt geübt. Im Nachrichtenmagazin "Focus" warf er der Autorin eine "einseitige Sichtweise" vor. Ihre Vorwürfe gegen die Ermittler und Politiker seien "absurd". "Es gab und gibt nicht den geringsten Anlass, etwas zu vertuschen", sagte Vogel. Es sei bedauerlich, dass dieses tragische Ereignis "so inkompetent und unprofessionell aufgearbeitet wurde".

Bei dem Amoklauf im April 2002 hatte ein ehemaliger Schüler des Gutenberg-Gymnasiums in Erfurt 16 Menschen und anschließend sich selbst erschossen. Nach Angaben des "Focus" werden die Akten von Juristen zwar nochmals geprüft, die Erfurter Staatsanwaltschaft sehe jedoch "keinen Anlass" für neue Ermittlungen.

Geipel, erfolgreiche DDR-Leichathletin und heute Dozentin an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin, gibt dem Blatt zufolge unter anderem die amtlich festgestellte Todeszeit der Opfer falsch wieder. Außerdem schreibe sie von zwei Schüssen, die die Polizei abgegeben habe. Laut Gutachten des Bundeskriminalamtes gab es jedoch nur einen Schuss. Auch habe sie weder mit der Staatsanwaltschaft noch mit der Familie des Amokläufers gesprochen, kritisierte das Magazin.

 

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