Hilfeschrei nach qualifizierter Hilfe
Hier und da hakt es in der Psychiatrie.
Mancher spricht vom therapeutischen Stillstand. Andere sagen, es sind nur die schwierigen "Einzelfälle", die auf der Strecke bleiben. Sicherlich, Patentrezepte zur Behandlung der Erkrankten gibt es nicht. Zumindest kann der Patient erwarten, dass alle Maßnahmen zur Behandlung einer Krankheit nach den neuesten Erkenntnissen, wie es inzwischen heißt, "durchgängig leitliniengerecht", erfolgen. Dazu zählt auch der Patientenwille, Angehörige und andere Beteiligte in Aufklärung, Rückfallprävention und Behandlung einzubeziehen.
Doch nicht jeder Therapeut ist darauf erpicht. Mit der Masche, "Ihr Kind muss sich abnabeln" oder "Wichtig ist Selbstständigkeit", wird immer noch vielen Angehörigen die kalte Schulter gezeigt. Aus Sicht der Familien, die mit ihren Betroffenen mitleiden, eine äußerst unangenehme Erfahrung. Dadurch werden sie praktisch handlungsunfähig gemacht.
Wenn Behandler gegenüber Angehörigen die Partie "Schachmatt" spielen, sie nicht einbeziehen wollen, obwohl der Patient das möchte, ist nur schwerlich ein Therapieerfolg zu erzielen.
Ulrike Schob (Vorstand) / Roland Hartig (Lichtblick)
Beispiele einiger Beschwerdefälle
Quellen:
Mitteilungen an die Selbsthilfe-Beschwerdestelle Psychiatrie MV.
Gespräche mit Betroffenen und Angehörigen, Anfragen bei Professionellen.
Namen und Orte der Redaktion bekannt.