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Erinnern | Betrauern | Wachrütteln

Gedenkveranstaltung für die Opfer der “Euthanasie” und Zwangssterilisierungen
in Mecklenburg-Vorpommern in der NS-Zeit

Nur wenn die „Euthanasie“-Toten uns ohne Unterlass an die stets offenen Wunden der Psychiatrie erinnern, sind sie vielleicht nicht umsonst gestorben.“ Prof. Dr. Klaus Dörner am 27. Januar 2009 in Rostock, Erinnern, Betrauern, Wachrütteln

Aus diesem Grunde wollen wir am 27. Januar 2018 in Züssow erneut erinnern, betrauern, wachrütteln. Der bundesweite Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus und gleichzeitig internationale Holocaust-Gedenktag wird seit 2008 auch vom Landesverband Sozialpsychiatrie MV e.V. zum Anlass genommen, landesweit in Mecklenburg-Vorpommern und in diesem Jahr gemeinsam mit dem Pommerschen Diakonieverein e.V. die Gedenkveranstaltung auszurichten. Alljährlich gedenken wir in einem anderen Ort und in Zusammenarbeit mit u.a. anderen regionalen psychiatrischen Einrichtungen Mecklenburg-Vorpommerns der Opfer der sog. NS-„Euthanasie“ und Zwangssterilisierungen. Wir wollen dadurch aufklären, mahnen und Impulse für heute wieder bedeutende sozialpolitische, sozialpsychiatrische sowie medizinisch-ethische Fragestellungen geben. Vor allem aber wollen wir an die Menschen erinnern und ihnen wieder ein Gesicht, einen Namen oder zumindest die Erinnerung an ihr Leben und somit ihre Würde wieder ein Stück weit zurück geben.

Nach heutigen Erkenntnissen sind ca. 300.000 Menschen mit psychischen Erkrankungen, mit geistigen oder anderen Behinderungen Opfer der NS-Vernichtungsprogramme geworden, ca. 400.000 Menschen wurden zwangssterilisiert. Hintergrund war der Rassenwahn der NS-Diktatur auf der Basis eines menschenverachtenden Menschenbildes.

Die heutigen Diakonischen Einrichtungen in Züssow gelten als Nachfolge der ehemaligen Kückenmühler Anstalten, der Züllchower Anstalten und der Krüppelanstalten Bethesda (früher Innere Mission Stettin, heute Polen).

1940 wurden aus den Kückenmühler Anstalten an die 1.500 BewohnerInnen deportiert. Für die meisten von ihnen bedeutete das den sicheren Tod, war doch ihr Leben als „unwert“ klassifiziert worden.

Mit unserer Veranstaltung befördern wir eine ständige Auseinandersetzung mit diesem Thema. Dieser Tag ist ein Teil unserer trialogischen Erinnerungskultur.

Er soll die vergessenen Opfer wieder sichtbar werden lassen und unsere heutigen humanistischen Errungenschaften schützen helfen.

Folgender Ablauf der Gedenkveranstaltung ist geplant:

10.00 Uhr Beginn mit einer Andacht in der Züssower Kirche

Ca. 11.30 Uhr Wechsel ins Hotel „Ostseeländer“ mit verschiedenen Redebeiträgen zu den Themen der

– Aufarbeitung der Geschehnisse und zum aktuellen Stand der Forschung,

– zum Tabubruch im Kontext der „schiefen Ebene“ und einer

– ethischen Betrachtung der Geschehnisse mit aktuellen sozialpolitischen Hintergründen.

Um 15.00 Uhr wird der Opfer der NS-Zeit auf dem Gelände des Pommerschen Diakonievereins gedacht und mit einer Kranzniederlegung die Einweihung eines Mahnmals erfolgen.

Im Namen aller Veranstalter laden wir Sie herzlich zu diesem landesweiten Gedenktag nach Züssow ein.

Flyer downloaden

Details zur Veranstaltung

  • 27. Januar 2018, 10:00-16:00 Uhr

  • kostenlos

  • keine Anmeldung erforderlich

Veranstaltungsort

  • Kirche Züssow und Hotel Ostseeländer
    Gustav-Jahn-Straße, 17495 Züssow

Karte

Veranstalter

2018-01-24T13:41:39+00:00

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